Wie du rechtlich sicher Samples für deine Musik verwendest

Egal, ob du Techno- oder Urban Music produzierst, dass du Samples dafür verwendest, ist mehr als wahrscheinlich.

Egal, ob du Techno- oder Urban Music produzierst, dass du Samples dafür verwendest, ist mehr als wahrscheinlich. Bedeutet Sampling jedoch, die Musik von anderen zu klauen?

Der folgende Guide richtet sich an alle, die Samples für ihre Musik verwenden, und besonders die, die die grundlegenden Regeln nicht kennen, die man beachten muss, um beim Sampling auf dem Boden des Gesetzes zu bleiben. Musik zu veröffentlichen, die nicht freigegebene Samples enthält, ist eine Entscheidung, die du auf eigenes Risiko triffst. Da spielen viele Faktoren eine Rolle, wie etwa deine Sichtbarkeit online oder der Bekanntheitsgrad des Künstlers, den du sampelst. Wer es so genau nicht wissen will: Denk daran, dass du verklagt werden kannst und den Rechteinhabern der Musik, die du ohne Erlaubnis gesampelt hast, hohe Summen zahlen müsstest. Aber keine Sorge, mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung bist du auf der sicheren Seite.

Samples online kaufen

Der einfachste und günstigste Weg, lizensierte Samples für deine Produktion zu bekommen ist, sie bei spezialisierten Seiten zu beziehen. Manche bieten freie Sample Packs an, für andere Packs zahlst du Beiträge von etwa 20 € (und erhältst dafür eine dreistellige Anzahl von Wavdateien). Klingt machbar, oder? Um ein paar der beliebtesten Seiten aufzuzählen: Looperman, Loopmaster, Musicradar, Samplemagic, Audiofanzine …

Bitte beachte, dass die Nutzungsbedingungen dieser Seiten unterschiedlich ausfallen können. Es ist wichtig, sie auf folgende Fragen abzuchecken: Ist die kommerzielle Nutzung gestattet? In welchen Ländern? Auf allen Verkaufsplattformen? Wie lange nach dem Kauf darf man die Samples verwenden? Gibt es eine maximal erlaubte Anzahl von Streams bzw. Downloads?

Andere Seiten, die von der Popularität des Samplings profitieren, wie z.B. Splice bieten die originalen VSTs, Beats und Sounds von Starproduzenten zum Download an. Wir sprechen von Namen wie Amon Tobin, Deadmau5, Sophie … Für 7,99 $ pro Monat stehen jeder Sound und jedes Instrument legal zur Verfügung.

Native Instruments, einer der weltweit führenden Anbieter von elektronischen Instrumenten, hat ebenfalls gerade eine digitale Sample-Plattform gestartet. Sounds wurde gerade in Europa gestartet und bietet jede Menge Samples und Loops für nur 9.99 $ pro Monat. Und das Beste: alle 100 % legal. Allerdings: Auch ein Abo entbindet dich nicht davon, die Nutzungsbedingungen zu studieren, um zu vermeiden, dass du unangenehme Überraschungen erlebst, wenn du deine Musik auf den Markt werfen willst.

In manchen Fällen wird es notwendig sein, die originalen Urheber des gesampelten Tracks in den Metadaten deines Songs anzugeben. Sei also vorsichtig, dein Musikvertrieb wird dich daran erinnern, dass es eine Urheberrechtsverletzung ist, wenn deine Veröffentlichung ein nicht gekennzeichnetes Feature von Deadmau5, Carl Cox oder einem anderen berühmten Producer enthält.

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Originale Musik sampeln

Also, dein nächster Song wird der Burner? Nur blöd, wenn du unlizenzierte Samples eines anderen Songs oder Soundtracks benutzt hast. Wenn du dein Musikstück vermarkten und damit Geld verdienen möchtest, brauchst du zwei unterschiedliche Genehmigungen. Eine für die Aufnahme, für welche das Label der Rechteinhaber ist, und eine weitere für die originale Komposition. Für letztere musst du beim Verlag oder dem Songwriter selbst nachfragen.

  1. Finde den Verlag oder Rechteinhaber Diese Information findest du auf den Seiten von Copyright-Management-Companys: ASCAP, BMI, SESAC, SOCAN.Geh einfach durch deren Kataloge.Es ist möglich, die Kontaktdaten der Rechteinhaber bei ihnen zu erfragen – oder du betreibst deine eigenen Recherchen.

  2. Kontaktiere den/die Verleger Die Person, die du erreichen willst, ist der Verleger. Das ist derjenige, der für die Urheberrechte zuständig ist. Wenn du das Label kennst, das den Song, den du sampelst, vertreibt, können auch die dir behilflich sein, den Verleger zu ermitteln.

  3. Schließe eine Vereinbarung WICHTIG: Anders als bei Coversongs ist das Lizenzieren von Samples nicht obligatorisch. Das heißt, dass die Rechteinhaber dir das Einverständnis, ihre Musik zu benutzen, auch verweigern können, wenn sie deine Musik nicht gut finden. Falls doch, können die Kosten sehr unterschiedlich ausfallen. Die Berechnung hängt etwa ab von der Bekanntheit des Künstlers und der Länge des verwendeten Samples.

  4. Free unclear sampling Viele DJs und Produzenten verwenden Unmengen an Samples, manchmal um die hundert in einem Stück. Natürlich könnte es der Großteil von ihnen sich gar nicht leisten, für jedes einzelne verwendete Sample Lizenzgebühren an die Rechteinhaber abzudrücken. Effekte und Tricks zu benutzen, damit die Rechteinhaber die Verwendung der Samples gar nicht erst bemerken, ist schon beinahe eine Kunstform für sich. Die Zeiten, in denen Rapper frei heraus mit ihren MPCs sampelten, ohne sich einen Kopf um Rechte machen zu müssen, sind schon lang vorbei.

Wenn dein Song kostenlos im Netz erhältlich ist und er klar erkennbare Samples enthält, dann ist es Glückssache, ob dir eines Tages eine saftige Zahlungsaufforderung ins Haus flattert oder nicht. Somit hängt es stark von deiner Fähigkeit ab, deine Samples unkenntlich zu machen, zu verhindern, das Scheckbuch zücken zu müssen. Oder verklagt zu werden.

Abschließend gesagt: Dein Vertrieb steht dir zur Verfügung alle Fragen, die Sampling in deiner Musik betreffen. In den meisten Fällen willst du dich wohl von YouTubes Content ID program fernhalten, da hierbei unberechtigte Anspruchsforderungen geltend gemacht werden können. Wie gesagt, wende dich am besten an deinen Vertrieb, dieser ist der Hauptansprechpartner für alle rechtlichen Fragen zur Verwendung deiner Musik.