INTERVIEW: The Gardener & The Tree

The Gardener and the Tree haben uns die besten Tipps für Independent-Künstler verraten und ihre schlechtesten Show Erfahrungen geteilt!

Wir haben uns mit The Gardener and the Tree unterhalten und sie nach ihren besten und schlechtesten Bühnenerfahrungen gefragt, nach ihrer Entwicklung und ihren Tipps für Independent-Künstler wie dich.

Erzählt uns erst mal was über euch: Wie habt ihr euch kennengelernt? Wir sind einfach ein Haufen verrückter Jungs, die Musik lieben. Gefunden haben wir uns an der Schule, durch die Familie und später, als es mit unseren musikalischen Ambitionen ernster wurde.

Eure erste EP habt ihr vor drei Jahren veröffentlicht. Würdet ihr sagen, dass die Musik, die ihr inzwischen macht, anders ist? Reifer? Wie würdet ihr eure Entwicklung beschreiben? Definitiv! Unsere erste EP, die wir vor drei Jahren aufgenommen haben, war im Prinzip ein „Testlauf“ für das, was wir machen wollen. Danach sind wir die nächsten Schritte gegangen, haben die Köpfe zusammengesteckt und neue Songs geschrieben. So halten wir das Ding am Laufen. Es ist, wie eine Leiter hinaufzusteigen. Du gehst halt immer weiter hoch, manchmal vielleicht auch eine Sprosse zurück. Das Wichtige ist, das wir das auf die Art und Weise tun, die wir für richtig halten, und dabei immer reifer und professioneller agieren.

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Welchen Rat würdet ihr jungen Indie-Bands geben? Der einzige Rat, den wir wirklich geben können, ist „Tut das, was ihr liebt, und tut es gut.“ Wenn du deine Musik das erste Mal der Öffentlichkeit vorstellst, wirst du auf Leute treffen, die das mögen, was du tust. Diese Menschen sind für uns eine Art Maßstab geworden. Später gehst du immer wieder zu diesem Moment zurück und vergleichst ihn mit der Musik, die du jetzt machst. Wenn genau diese Leute sich immer noch dafür begeistern können, weißt du, dass du richtig liegst. Und ganz ernsthaft, lass dich nicht runterziehen. Mach dein Ding und mach das, was du liebst.

In einer Band ist es ja noch schwieriger, mit der Musik nennenswerte Einnahmen zu erzielen, weil diese ja auch noch untereinander aufgeteilt werden müssen. Wie gestaltet sich das für euch jetzt, wo ihr einen Vertrag mit einem Majorlabel habt? Es macht für uns eigentlich keinen großen Unterschied, ob wir unsere Musik via iMusician, über ein Indie- oder ein Majorlabel veröffentlichen. Was den Unterschied ausmacht, sind die Leute, die dahinter stehen. Die, die Fäden ziehen, die bessere Deals aushandeln und Konzerte organisieren. Doch am Ende teilst du das Geld auf wie immer – falls es denn überhaupt noch was aufzuteilen gibt.

Schließlich gibt es ja ständig Kosten für Equipment, Hotelzimmer, Sprit und vieles andere. Geld sollte nicht an erster Stelle sehen, deswegen sollte man sich auch nicht allzu sehr den Kopf darüber zerbrechen. Mach das, was du tust, mit Hingabe; verfolge große Träume; aber pass immer auf, dir selbst treu zu bleiben. Am Ende ist es schließlich dein Leben, und deine Musik. Das ist im Endeffekt alles, was du sicher hast.

Gerade seid ihr auf Tour. Was waren eure besten und die schlimmsten Erlebnisse bis jetzt? Für uns ist das Touren immer irgendwie mit Essen verbunden (lachen). Unsere schönsten Erinnerungen betreffen Gigs, wo es gutes Essen gab und wir tolle Leute kennengelernt haben. Die besten Nächte sind die, an denen du dich wie ein Superstar fühlst, und nach dem Konzert noch richtig Spaß mit deiner Band und deiner Crew hast. Wenn du von der Bühne kommst, bist du einfach voller Energie, da kannst du eine richtig gute Zeit haben. Wenn du einen guten Sound auf der Bühne hast und auch davor, dann gehen die Leute voll mit, worauf du dich wiederum noch mehr ins Zeug legst … das ist einfach geil.

Das Größte auf dieser Tour war bis jetzt eine ausverkaufte Show im „Mascotte“ in Zürich. Wir waren da gerade zum Luftschnappen bzw. auf eine Zigarette aus dem Club gegangen, guckten aus dem Hintereingang von dem Backstage und sahen da diese Riesenmenge. Alles Leute, die einen mögen und mit einem feiern wollen – das hat uns total umgehauen! Da standen 500 Leute Schlange, um uns spielen zu sehen. Da sind wir sehr nervös geworden und haben erst mal gecheckt, was da passiert. Der Abend hat dann noch ziemlich gerockt!

Unsere schlimmste Erfahrung: Wir sollten einen Gig auf einem Festival spielen, und kurz vor dem Auftritt haben wir gemerkt, dass wir unser Keyboard im Proberaum vergessen hatten! Und wir so: „Scheiße, das geht gar nicht, ohne können wir den Gig nicht spielen!“ Zu unserem großen Glück zog dann ein heftiges Gewitter auf, sodass unser Auftritt verschoben wurde. Wir sind dann also durch den Regen zurück zum Proberaum geheizt, nicht ganz verkehrsregelkonform, und haben das Keyboard geholt.

Als wir schon fast wieder zurück beim Festival waren, lag da ein großer Baum über der Straße und wir konnten nicht weiter fahren. Einfach der totale Albtraum. Auf dem Festival gab es unterdessen einen totalen Stromausfall, was uns noch mehr Zeit verschafft hat. Es hat zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal jemand gemerkt, dass wir gar nicht auf dem Gelände waren. Einige Stunden später wurde der Baum dann von der Fahrbahn geräumt und wir konnten endlich weiter auf den Berg fahren, wo das Festival stattfand. Statt auf der Hauptbühne spielten wir dann in einem kleinen Barbereich. Das werden wir ganz sicher nie vergessen. Gott sei Dank gab es den Sturm! So hat niemand gemerkt, dass wir um ein Haar unseren Gig total verkackt haben.

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