Future vs Future: So stellst du sicher, dass deine Musik nicht auf dem falschen Spotify Künstlerprofil landet

Ein kleiner Fehler bei der Künstlerprofil Zuordnung hat für einen kurzen Moment zum Namenschaos geführt. Lest hier wie das Ganze passiert ist.

Die Fans des US-Rappers Future wurden letzte Woche auf dem Spotify Release Radar ganz besonders überrascht. Anstelle von basslastigem, pop-geschmücktem Hip-Hop und der Stimme des bekannten Rappers hörten sie dort einen völlig unbekannten Groove mit deutschen Texten. Viele Fans fragten sich da natürlich, ob das Künstlerprofil des amerikanischen Rappers gehackt wurde. Das war allerdings ganz und gar nicht der Fall. Vielmehr führte ein kleiner Fehler bei Spotify dazu, dass ein 15-jähriger deutscher Rapper — der sich ebenfalls Future nennt — sein Debütalbum für kurze Zeit mit den 21 Millionen Fans des US-Rappers Future teilen durfte.

„Als ich aufwachte, fühlte es sich ein bisschen surreal an“, sagt Emre, der Future aus Nordrhein-Westfalen, der außerdem auch einen YouTube Gaming Kanal mit 500 Abonnenten hat. „Aber eigentlich ist für mich alles gut gelaufen, weil dank der Presse ziemlich viele Leute auf mich aufmerksam geworden sind.“

Klar, ist das ein Extrembeispiel, aber bei einer Plattform, die täglich mehr als 20.000 Musiktitel veröffentlicht, kommen doppelte Künstlernamen natürlich regelmäßig vor. Wie kannst du als Künstler also sicherstellen, dass deine Musik tatsächlich auf dem richtigen Profil landet? In diesem Artikel werfen wir einen Blick darauf, warum Releases manchmal auf dem falschen Künstlerprofil landen und wir zeigen wie du das verhindern kannst.

Wenn man sich anschaut, wie Spotify Metadaten handhabt, kommt der unerwartete Fall von Emre nicht komplett überraschend. Metadaten sind im Endeffekt einfach nur Tags. Diese helfen dabei, alle Informationen der Künstler und Komponisten bis hin zu deren Copyright-Informationen nachzuvollziehen und damit sicherzustellen, dass die Künstler auch für ihre Werke bezahlt werden. Andere Tags wie EAN Codes und ISRCs helfen dabei, Streams und Downloads auf allen Plattformen zu verfolgen und zu sammeln.

Um Künstlernamen zu verwalten, verwenden die Musikplattformen jeweils ihr ganz eigenes System. Spotify beispielsweise nutzt hierfür einen Künstler-Code, der als URI bezeichnet wird. Apple Music hingegen hat einen eigenen Code, der in der URL des Künstlerprofils zu finden ist. Wenn diese Codes bei der Veröffentlichung eines Releases nicht mit angegeben werden, kann es durchaus passieren, dass Songs von Künstlern mit demselben Namen falsch zugeordnet werden.

Wie kannst du also sicherstellen, dass deine Musik auf dem richtigen Künstlerprofil landet? Wenn du deinen Namen nicht extra ändern möchtest (beispielsweise durch das Entfernen eines Vokals wie bei „The Weeknd“), ist es am besten, noch *vor* dem Veröffentlichungstag mit deinem digitalen Musikvertrieb zu sprechen.

Falls du deine Songs mit iMusician vertreibst, kannst du ganz einfach sicherstellen, dass es am Veröffentlichungstag keine bösen Überraschungen gibt: Solltest du bereits Künstlerprofile in den Shops haben, dann schick uns einfach die Spotify-URI und die Apple Music URL, sobald du deinen Release hochgeladen hast. Den Link zu unserem Künstlerprofil-Formular bekommst du in deiner Bestätigungs-Email. Wenn der Release mehrere Interpreten enthält (z.B. „feat.“ oder „Remixer“), kannst du uns auch deren URIs und URLs mitteilen.

Deine URI findest du hier:

Wenn du noch keine Veröffentlichungen in den Shops hast, dann stell sicher, dass du deinen Release mindestens 15 Tage vor Veröffentlichungsdatum hochlädst. Außerdem solltest du auf den Musikplattformen nachsehen, ob es andere Künstler mit deinem Namen gibt. Wenn ja, sag uns so schnell wie möglich Bescheid. Wir beantragen dann ein neues Künstlerprofil für dich und schicken dir deine neue Spotify-URI und Apple Music URL zu.

Wenn die Veröffentlichung bereits erfolgt ist und dein Release auf einem falschen Künstlerprofil gelandet ist, dann schicke bitte eine E-Mail an unser Artist & Label Relations Team. Lass uns wissen, um welchen Shop es sich handelt und schicke uns einen Link zum falschen Profil sowie einen Link zu deinem Release. Falls du ein korrektes Künstlerprofil hast, dann schick uns auch den Link dafür zu. Gerne erstellen wir dir natürlich eine Künstlerseite, falls du noch keine hast.

Klar würde jeder Künstler gerne morgens aufwachen und seine erste Single mit tausenden von Plays auf dem Profil eines Superstars sehen — allerdings solltest du deinen Künstlernamen deshalb nicht gleich zu Beyoncé ändern! Es gibt viele Sicherheitsvorkehrungen, die verhindern, dass Namen anderer Künstler fälschlicherweise verwendet werden. Auch wir selbst haben eine Liste von Künstlernamen, die wir nicht zur Veröffentlichung akzeptieren. Darin enthalten sind Namen weltweit erfolgreicher Künstler, die einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht haben (zum Beispiel Madonna, Jimmy Buffet, Lady Gaga usw.). Spotify und alle anderen Shops haben natürlich ähnliche Listen. Es lohnt sich also nicht, jetzt auf verrückte Ideen zu kommen — oder fast noch schlimmer, Spotify-Streams zu kaufen.

Um es mit Emres Worten zu sagen: „Ich habe mein Künstlerprofil mittlerweile natürlich geclaimt… und ja, das neue Profil ist natürlich mein eigenes.“

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