7 Tipps: Musik promoten wie die Profis

Wie vermarkte ich meine Musik erfolgreich?Wir teilen ein paar Tipps und Tricks, damit euer neuer Release die maximale Aufmerksamkeit bekommt.

Unsere Artist and Label Manager erhalten viele Anfragen, wie ein Künstler seine frisch veröffentlichte Musik am besten promotet. In diesem Artikel verraten wir euch ein paar ihrer besten Tipps und erfolgversprechendsten Strategien, damit dein neuer Sound bei Veröffentlichung die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient.

Vor dem Release-Tag

Erstelle ein EPK

Falls du das nicht schon getan hast, solltest du ein Electronic Press Kit, abgekürzt „EPK“ zusammenstellen. Das vermittelt Pressevertretern und Promotern eine Vorstellung von dem, was du bist und tust. Es sollte sie auch mit allen Informationen versorgen, die sie brauchen, um einen Artikel oder Blog-Post zu verfassen.

Um ein EPK zu erstellen, packst du alle notwendigen Basics zusammen: ein paar Fotos in hoher Auflösung, das Album-Artwork, eine Kurzbiographie, ein sogenanntes One-Sheet, das deine Veröffentlichung und deine Musik beschreibt. Falls vorhanden, führst du auch deine bisherige Discographie, Pressezitate über dich, deine größten Playlisten-Erfolge und alle anstehenden Gigs mit auf. Das schickst du natürlich nicht als Mailanhang, sondern hast alles in einem Dropbox- oder Google-Drive-Ordner hinterlegt, zu welchem du dann den Link teilst.

Reiche deine Songs bei Spotify-Playlist-Kuratoren ein

Wenn deine Musik fertig ist, solltest du genügend Zeit einplanen, damit dein Vertriebspartner sie an Spotify vorausliefern und du sie bei den Redakteuren einreichen kannst. Spotify empfiehlt für das Pitching zwei Wochen vor Veröffentlichungsdatum, aber wenn du sicher gehen willst, reiche deinen Track etwa einen Monat vor dem Release-Termin ein. Wenn deine Veröffentlichung an Spotify ausgeliefert ist, logge dich bei deinem Spotify for Artists Account ein und sieh bei deinen anstehenden Veröffentlichungen nach. Dort solltest du deinen neuen Release finden. Denk daran, du kannst jeweils nur einen Track pro Release für die Berücksichtigung in den offiziellen Playlists einreichen, also wähle weise.

Kontaktiere Blogs und Pressevertreter

Egal, ob du gerade erst als Künstler anfängst oder deine Karriere schon weiter fortgeschritten ist, PR ist immer wichtig. Das hilft dir, eine Dynamik zum Release-Termin hin aufzubauen, damit deine Musik Aufmerksamkeit bei neuen Hörern findet. Gleichzeitig werden bestehende Fans darüber informiert, dass da etwas in der Pipeline ist. Es gibt viele Blogs und Magazine, die dich vielleicht in ihre eigenen Spotify-Playlisten aufnehmen. Und wenn du Glück hast, bekommst du sogar eine Song-Premiere und wirst auf einem Social Media Kanal erwähnt.

Gib den Journalisten genug Vorlauf, um alles vorzubereiten. Bei Print-Publikationen wären das sechs bis acht Wochen und bei Blogs zwei Wochen vor Veröffentlichung. Versuche, deine E-Mail so klar und eindeutig zu machen wie möglich. Schick auf alle Fälle die Story zu deiner Musik und dein EPK mit. Und wenn deine Release-Strategie vorsieht, eine EP oder ein Album mit mehreren Vorab-Singles anzuteasen, sollte diese Information ebenfalls nicht fehlen.

Aktiviere Vorbestellungen bei Stores wie iTunes und die ‘Save-It’-now! Funktion bei Spotify

Im analogen Zeitalter, vor Streaming und digitaler Veröffentlichung, waren Tonträger stark nachgefragt. Um schnell ein Exemplar einer neuen Scheibe ergattern zu können, standen Fans mitunter sogar Schlange vor ihrem bevorzugten Plattenladen, um pünktlich zu Mitternacht ihr Exemplar erwerben zu können. Und vor Läden, die nicht um Mitternacht öffneten, campierten Superfans sogar über Nacht, um ein Exemplar einer limitierten Veröffentlichung in den Händen halten zu können. Es dauerte ein bisschen, bis die Musikindustrie ein Einsehen hatte und Fans die Möglichkeit gab, Tonträger vorzubestellen, damit sie diese pünktlich zum Veröffentlichungstag bekommen konnten (und ausreichend Schlaf in der Nacht davor).

Seitdem hat sich eine Menge geändert. Wenn es keine physischen Tonträger mehr gibt, gibt es auch kein Limit, wie viele davon am Veröffentlichungsdatum verkauft werden können. Und da Streaming langsam aber sicher die gängigste Art wird, Musik zu konsumieren, gibt es noch nicht mal etwas, das es zu verkaufen gäbe. Wie kann man als Künstler also Spannung und Aufmerksamkeit erzeugen und die Superfans auf den Veröffentlichungstag heiß machen?

Hier kommen Pre-Sales und Pre-Saves ins Spiel. In der digitalen Ära ist ein Pre-Sale genau das, wonach es klingt. Die Fans kaufen eine Veröffentlichung bereits, bevor sie offiziell draußen ist, bekommen sie aber erst am Stichtag ausgeliefert. Manche Anbieter, wie iTunes und Bandcamp bieten die Möglichkeit der 'Instant Gratification' in Form von einem oder zwei Tracks, die man schon vorher streamen oder herunterladen kann.

Auf Streaming-Plattformen wie Spotify oder Deezer können Künstler Pre-Save-Kampagnen fahren. Dies geben Fans die Möglichkeit, eine anstehende Veröffentlichung am Erscheinungstag automatisch zu ihrer persönlichen Bibliothek hinzuzufügen. Für Künstler ist das nicht unwichtig, denn je mehr ein Track am ersten Tag gelikt, gespeichert und zu Playlisten hinzugefügt wird, desto besser kommt er im Spotify-Algorithmus weg.

Du solltest also so früh wie möglich die Links zu deinen Pre-Sale und Pre-Save Seiten mit deinen Fans teilen, per Newsletter und/oder auf deinen Social-Media-Kanälen — und sie auf dem Weg zum Veröffentlichungstag wiederholt daran erinnern.

Schaffe ein einheitliches Markenbild auf all deinen Kanälen

Eine andere Art, ein Momentum zum Release-Tag hin aufzubauen, ist, den Auftritt deiner Marke über alle von dir bespielten Kanäle zu vereinheitlichen. Das bedeutet, dass all deine Social-Media-Kanäle, einschließlich Facebook, YouTube, Instagram, Twitter, SoundCloud und andere das gleiche Bild abgeben sollten wie deine Künstlerprofile in Shops und Streaming-Plattformen. Nimm das Veröffentlichungsdatum auf den Bannern mit auf und füge es zu Bildunterschriften hinzu. Und wenn der Tag gekommen ist, änderst du das Wording auf „OUT NOW!“ oder etwas ähnliches. Dieser konsistente und einheitliche Look auf all deinen Präsenzen trägt dazu bei, bei deinen Fans Spannung zu erzeugen und lässt dein Auftreten professionell aussehen.

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Am Veröffentlichungstag selbst

Animiere deine Fans: liken, speichern, anhören und teilen

Dein Baby hat das Licht der Welt erblickt. All deine Banner sind upgedated. Du hast deine Pre-Saves erfolgreich abgeholt. Aber damit ist es noch nicht getan. Am Veröffentlichungstag ist es super wichtig, deine Fans aktiv werden zu lassen, damit sie deine Musik liken, herunterladen, anhören, auf ihren Playlisten hinzufügen und teilen. Wenn du einen E-Mailverteiler hast, feure ein paar Mails ab! Wenn du viele Follower in den sozialen Netzwerken hast, dann teile deine Neuigkeiten dort. Und selbst wenn du noch nicht viele Fans hast, benachrichtige all deine Freunde via WhatsApp oder Facebook Messenger und lass sie wissen, was es Neues gibt.

Jeder hat seinen bevorzugten Streaming-Anbieter oder Store — wenn du willst, dass deine Fans deine Veröffentlichung kaufen oder anhören, mach es ihnen so einfach wie möglich, diesen mit wenigen Klicks zu finden. Die beste Möglichkeit dafür ist, einen speziellen Player oder eine Smart-Link-Seite einzurichten, auf der die Fans die Plattform auswählen können, auf der sie deine Musik kaufen oder abspielen wollen. Für dich ist es auch viel einfacher, nur einen Link mit allen zu teilen und gleichzeitig maximalen Zulauf zu all deinen verschiedenen Kanälen zu bekommen.

Denk daran: Je mehr deine Musik gelikt, geteilt, abgespielt und zu Playlisten hinzugefügt wird, desto bessere Chancen hat sie, im Ranking der Spotify-Playlisten aufzusteigen. Das wiederum bedeutet mehr Plays, Sichtbarkeit und bessere Chancen, es mit deiner nächsten Veröffentlichung in eine offizielle Spotify-Playlist zu schaffen.

Kontaktiere inoffizielle Kuratoren für Playlists

Wenn du es nicht auf eine der offiziellen redaktionellen Playlisten von Spotify geschafft hast, gib die Hoffnung nicht gleich auf. Deine Tracks werden in jedem Fall im Release Radar und dem Daily Mix bei denjenigen auftauchen, die deinem Künstlerprofil folgen. Du kannst deine Musik auch bei inoffiziellen Playlist-Kuratoren einreichen. Suche nach Playlisten, auf denen Künstler mit einem ähnlichen Stil vertreten sind. Wenn dort Kontaktdaten angegeben sind, dann schreib eine Mail. Ebenso kannst du es auch über Soundplate versuchen.

Dies sind nur ein paar Tipps, um deine Veröffentlichung zum Erfolg werden zu lassen. Wenn du noch kein Team um dich hast und alles alleine machst, kann sich das sicher zuerst nach überwältigend viel Arbeit anhören. Einfach immer Schritt für Schritt und eins nach dem anderen. Ganz gewiss, nach ein paar Veröffentlichungen hast du den Dreh raus.

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